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Vorsorge und Familie

Teilzeit nach der Geburt: Vorsorgelücke schliessen

Bei 60 % nach der Geburt kann der in der Pensionskasse versicherte Lohn deutlich stärker sinken als das Pensum, während die AHV mit Erziehungsgutschriften einen Teil ausgleicht; ThatDay berechnet die konkrete Lücke mit Ihnen aus Vorsorgeausweis und AHV-Konto und zeigt, wie Säule 3a und Einkauf sie verkleinern.

Stand: Oktober 2026

Eltern prüfen nach der Geburt ihre Vorsorge und Absicherung
Kurze Antwort Wie gross Ihre Vorsorgelücke bei 60 % wird, berechnet ThatDay mit Ihnen aus Vorsorgeausweis und AHV-Konto, denn eine seriöse Zahl hängt von Lohn, Pensionskassenreglement und Dauer der Teilzeit ab. In der Pensionskasse kann der versicherte Lohn stärker sinken als das Pensum, weil das BVG einen festen Koordinationsabzug kennt (2026: CHF 26’460), der unabhängig vom Beschäftigungsgrad gilt. In der AHV gleichen Erziehungsgutschriften für Kinder unter 16 einen Teil aus. Verkleinern lässt sich die Lücke mit der Säule 3a, einem späteren Einkauf in die Pensionskasse und, wo die Kasse es vorsieht, einem an das Pensum angepassten Koordinationsabzug.

Was sich in der Pensionskasse ändert

Obligatorisch versichert ist, wer bei einem Arbeitgeber mehr als die Eintrittsschwelle verdient, 2026 also mehr als CHF 22’680 im Jahr (Art. 2 und 7 BVG). Versichert ist aber nicht der ganze Lohn, sondern der koordinierte Lohn: der Teil zwischen CHF 26’460 und CHF 90’720 (Art. 8 BVG). Dieser Koordinationsabzug wird laut Bundesamt für Sozialversicherungen unabhängig vom Beschäftigungsgrad abgezogen. Weil er ein fester Betrag ist, fällt er bei tieferen Löhnen stärker ins Gewicht.

Aus dem koordinierten Lohn berechnet die Kasse die Altersgutschriften, je nach Alter 7, 10, 15 oder 18 % (Art. 16 BVG). Im BVG-Minimum hängt auch die Invalidenrente davon ab, weil sie künftige Altersgutschriften auf dem letzten koordinierten Lohn einrechnet (Art. 24 BVG). Ein tieferer koordinierter Lohn trifft also Alterssparen und Invaliditätsschutz. Während des Mutterschaftsurlaubs bleibt der bisherige koordinierte Lohn gültig (Art. 8 Abs. 3 BVG); die Lücke beginnt mit dem tieferen Pensum.

Rechenweg nur mit offiziellen Werten

Das Beispiel verwendet nur gesetzliche Werte für 2026: als Jahreslohn die obere BVG-Grenze von CHF 90’720, den Koordinationsabzug und den Satz für 35- bis 44-Jährige. Es zeigt das BVG-Minimum, nicht das Reglement einer bestimmten Kasse.

SchrittPensum 100 %Pensum 60 %
JahreslohnCHF 90’720CHF 54’432 (60 % von 90’720)
KoordinationsabzugCHF 26’460CHF 26’460
Koordinierter LohnCHF 64’260CHF 27’972
Altersgutschrift 10 % pro JahrCHF 6’426CHF 2’797.20

Das Pensum sinkt um 40 %, der koordinierte Lohn auf 43,5 % des bisherigen Werts (27’972 geteilt durch 64’260). Wer schon bei 100 % weniger verdient, verliert prozentual noch mehr, weil der Abzug gleich bleibt. Liegt der Vollzeitlohn deutlich über der oberen Grenze, sieht die Rechnung anders aus; dann zählt vor allem, was das Reglement über das Minimum hinaus versichert.

Unter der Eintrittsschwelle oder mit mehreren Arbeitgebern

Liegt der Lohn bei einem Arbeitgeber nicht mehr über der Eintrittsschwelle, endet die obligatorische Versicherung. Möglich bleiben eine Weiterversicherung bei der bisherigen Kasse, wenn ihr Reglement es zulässt, oder bei der Auffangeinrichtung (Art. 47 BVG) sowie eine freiwillige Versicherung durch den Arbeitgeber (ch.ch). Das Guthaben bleibt auf einem Freizügigkeitskonto gebunden. Wer mehrere Arbeitgeber hat und insgesamt mehr als die Eintrittsschwelle verdient, kann sich freiwillig versichern lassen (Art. 46 BVG).

AHV: Beitragsjahre und Erziehungsgutschriften

Die AHV-Rente hängt von den Beitragsjahren und vom durchschnittlichen Jahreseinkommen ab, zu dem Erziehungs- und Betreuungsgutschriften zählen. Für eine Vollrente braucht es vom 1. Januar nach dem 20. Geburtstag bis zum Jahr vor dem Referenzalter lückenlose Beitragsjahre; ein fehlendes Jahr kürzt die Rente in der Regel um mindestens 1/44 (Merkblatt 3.01). Als Beitragsjahre gelten auch Jahre, für die Erziehungsgutschriften angerechnet werden können (Art. 29ter AHVG). Ob in Ihrem Konto schon Jahre fehlen und bis wann Sie sie begleichen können, steht im Guide fehlende AHV-Beitragsjahre finden und nachzahlen.

Bei 60 % zahlen Sie AHV-Beiträge auf Ihrem Lohn. Eine Vergleichsrechnung mit den Beiträgen von Nichterwerbstätigen macht die Ausgleichskasse erst bei weniger als neun Monaten im Jahr oder weniger als 50 % der üblichen Arbeitszeit (Merkblatt 2.03); das zählt, falls das Pensum später weiter sinkt.

Erziehungsgutschriften gibt es für Jahre mit elterlicher Sorge für Kinder unter 16. Eine Gutschrift entspricht der dreifachen jährlichen Minimalrente im Zeitpunkt des Rentenanspruchs, zum Stand 2026 also 3 × CHF 15’120 = CHF 45’360 pro Jahr. Ausbezahlt wird nichts; die Gutschrift erhöht das Durchschnittseinkommen für die Rentenberechnung (Merkblatt 1.07). Verheiratete teilen sie während der Ehejahre hälftig. Unverheiratete Eltern mit gemeinsamer Sorge vereinbaren die Aufteilung, oder die KESB entscheidet; fehlt beides, wird sie ganz der Mutter angerechnet. Eine Rentenvorausberechnung können Sie jederzeit verlangen, etwa bei familiären Veränderungen (Merkblatt 3.06).

Säule 3a: der Maximalbetrag hängt nicht vom Pensum ab

Wer einer Pensionskasse angehört, darf jährlich bis 8 % des oberen BVG-Grenzbetrags in die Säule 3a einzahlen und vom Einkommen abziehen (Art. 7 BVV 3): 2026 sind das CHF 7’258, ab 2027 CHF 7’373. Das Pensum ändert daran nichts; Voraussetzung ist ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen (BSV). Ohne Pensionskasse gelten 20 % des Erwerbseinkommens, höchstens CHF 36’288 (2026) beziehungsweise CHF 36’864 (2027).

Verpasste 3a-Beiträge lassen sich bis zehn Jahre rückwirkend nachzahlen, wenn im Einkaufsjahr der ordentliche Beitrag voll einbezahlt ist und in den betroffenen Jahren ein AHV-pflichtiges Einkommen bestand. Pro Jahr ist höchstens der kleine 3a-Betrag möglich, und Lücken vor 2025 sind ausgeschlossen (Art. 7a BVV 3).

Die offiziellen Werte 2026 und 2027

Die BVG-Reform, die den festen Abzug durch 20 % des Lohns ersetzt hätte, wurde am 22. September 2024 abgelehnt (BSV). Der Bundesrat hat die Beträge am 2. Oktober 2026 per 1. Januar 2027 angepasst.

Wert2026Ab 1. Januar 2027
BVG-Eintrittsschwelle (Jahreslohn bei einem Arbeitgeber)CHF 22’680CHF 23’040
KoordinationsabzugCHF 26’460CHF 26’880
Obere Grenze des obligatorisch versicherten JahreslohnsCHF 90’720CHF 92’160
Minimaler koordinierter LohnCHF 3’780CHF 3’840
Säule 3a mit PensionskasseCHF 7’258CHF 7’373
Säule 3a ohne Pensionskasse (20 % des Erwerbseinkommens, höchstens)CHF 36’288CHF 36’864
AHV-Altersrente pro Monat bei voller BeitragsdauerCHF 1’260 bis 2’520CHF 1’280 bis 2’560

Wie Sie die Lücke verkleinern können

  • Reglement prüfen: Das BVG regelt nur das Minimum; Pensionskassen sind in Leistungen und Finanzierung frei (Art. 49 BVG). Fragen Sie, ob Ihr Plan den Koordinationsabzug an das Pensum anpasst oder tiefer ansetzt, und was das an Beiträgen kostet.
  • Säule 3a nutzen: Der Maximalbetrag bleibt gleich, Lücken ab 2025 lassen sich nachzahlen.
  • Einkauf planen: Möglich bis zur Höhe der reglementarischen Leistungen; aus Einkäufen ist drei Jahre lang kein Kapitalbezug möglich, und Vorbezüge für Wohneigentum müssen vorher zurückbezahlt sein (Art. 79b BVG). Einkäufe sind von den Steuern abziehbar (ch.ch).
  • Risikoschutz mitdenken: Mit dem versicherten Lohn sinkt im BVG auch der Schutz bei Invalidität.

Ehe oder Konkubinat: wer die Lücke trägt

Bei Verheirateten werden die AHV-Einkommen der Ehejahre geteilt, sobald beide das Referenzalter erreichen oder bei einer Scheidung (Merkblatt 3.01); bei einer Scheidung wird zudem das in der Ehe erworbene Pensionskassenguthaben ausgeglichen (Art. 122 ZGB), wie der Guide zu Pensionskasse und Säule 3a bei einer Scheidung zeigt. Im Konkubinat gilt das nicht: Wer für die Kinder das Pensum reduziert hat, hat bei einer Trennung weder Anspruch auf Unterhalt noch auf die AHV-Beiträge des anderen (ch.ch). Eine AHV-Hinterlassenenrente gibt es im Konkubinat nicht; ob die Pensionskasse eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner berücksichtigt, steht im Reglement. Ein Konkubinatsvertrag kann etwa Unterhalt bei einer Trennung oder eine Lebensversicherung zugunsten des anderen festhalten.

Was ThatDay prüft

ThatDay legt Ihren Vorsorgeausweis vor und nach der Reduktion nebeneinander und zeigt, wie sich koordinierter Lohn, Altersgutschriften und Risikoleistungen verändern. Dazu gehören:

  • das Reglement Ihrer Pensionskasse: Koordinationsabzug, Wahlpläne und Einkaufsmöglichkeit;
  • Ihre AHV-Situation: Kontoauszug, Erziehungsgutschriften und bei unverheirateten Eltern die Vereinbarung;
  • die Säule 3a: Höhe, Bank- oder Versicherungslösung und eine mögliche Nachzahlung;
  • den Schutz bei Invalidität und Tod für Sie, Ihre Partnerin oder Ihren Partner und die Kinder;
  • Reihenfolge und Zeitpunkt eines Einkaufs, abgestimmt auf Liquidität und Familienpläne.

Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich, eine Pflicht zum Abschluss oder Wechsel besteht nicht. Für vermittelte oder betreute Verträge kann ThatDay Entschädigungen von Versicherern erhalten; diese Rolle legen wir offen. Steuer- und Rechtsfragen klären Sie verbindlich mit einer Fachperson.

Quellen und offizielle Unterlagen

Produktdetails, Listen und Bedingungen können sich ändern. Verbindlich sind immer die aktuellen Unterlagen des Versicherers oder der zuständigen öffentlichen Stelle.

Häufige Fragen

Wie gross wird meine Vorsorgelücke, wenn ich nach der Geburt 60 % arbeite?

Eine pauschale Zahl gibt es nicht, weil Lohn, Reglement und Dauer der Teilzeit entscheiden. Sichtbar wird die Lücke im Vergleich von koordiniertem Lohn und Altersgutschriften vor und nach der Reduktion sowie in einer AHV-Rentenvorausberechnung. ThatDay macht diesen Vergleich mit Ihnen.

Bin ich mit 60 % noch in der Pensionskasse versichert?

Ja, wenn Ihr Jahreslohn bei diesem Arbeitgeber über der Eintrittsschwelle liegt: 2026 sind das CHF 22’680, ab 2027 CHF 23’040. Darunter endet das Obligatorium; dann sind Weiterversicherung oder freiwillige Versicherung zu prüfen, und das Guthaben bleibt auf einem Freizügigkeitskonto gebunden.

Muss ich Erziehungsgutschriften bei der AHV beantragen?

Nicht bei der Geburt. Angaben zu den Kindern und allfällige Vereinbarungen reichen Sie erst mit der Rentenanmeldung ein. Bewahren Sie Vereinbarungen und behördliche Entscheide deshalb sorgfältig auf.

Darf ich mit Teilzeit weiterhin den vollen 3a-Betrag einzahlen?

Wer einer Pensionskasse angehört, kann unabhängig vom Pensum bis zum Maximalbetrag einzahlen: CHF 7’258 im Jahr 2026 und CHF 7’373 ab 2027. Voraussetzung ist ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen. Für Beitragslücken ab 2025 ist zudem eine Nachzahlung als Einkauf in die Säule 3a möglich.

Lohnt sich ein Pensionskasseneinkauf während der Teilzeit?

Das hängt von Liquidität, Einkaufsmöglichkeit, Steuersituation und Plänen für Wohneigentum oder Kapitalbezug ab. Aus Einkäufen ist drei Jahre lang kein Kapitalbezug möglich, und Vorbezüge für Wohneigentum müssen vorher zurückbezahlt sein. ThatDay ordnet die Reihenfolge ein; die steuerliche Beurteilung gehört zur Steuerberatung.

Hat die BVG-Reform den Koordinationsabzug für Teilzeitarbeitende geändert?

Nein. Die BVG-Reform wurde am 22. September 2024 abgelehnt. Der feste Koordinationsabzug gilt weiter; ab 1. Januar 2027 beträgt er CHF 26’880.

Was gilt, wenn wir nicht verheiratet sind?

Im Konkubinat haben Sie bei einer Trennung weder Anspruch auf Unterhalt noch auf die AHV-Beiträge Ihres Partners oder Ihrer Partnerin, auch wenn Sie das Pensum für die Kinder reduziert haben. Die Erziehungsgutschriften teilen Sie per Vereinbarung oder Entscheid der KESB auf; fehlt beides, werden sie ganz der Mutter angerechnet.

Wichtige Grenze

ThatDay gibt keine medizinische Beratung, keine Diagnose und keine Behandlungs- oder Leistungsversprechen. Wir prüfen Versicherungsbedingungen, Antragslogik, Timing, bestehende Rechte und mögliche Risiken eines Wechsels.